Die Wohnkostenüberbelastung lag in Deutschland 2023 bei 13,0 Prozent der Bevölkerung, 2024 bei 12,0 Prozent und 2025 bei 11,2 Prozent. In unseren beiden Grafiken stehen exakt diese drei Werte. Die Wirkung unterscheidet sich trotzdem.

Eine Skala von null bis 15 Prozent zeigt die Größen im Verhältnis zur vollen Achse. Eine Skala von zehn bis 14 Prozent vergrößert den sichtbaren Abstand zwischen den Punkten. Der zweite Blick ist nicht automatisch falsch. Die engere Skala muss aber klar zu sehen sein.

Datenblick · ABB. 9

Ein Datensatz, zwei Ausschnitte.

Wohnkostenüberbelastung · Deutschland · 2023 bis 2025

Übersicht: Achse von 0 bis 15 %

0 %15 %
202313,0 %
202412,0 %
202511,2 %

Ausschnitt: Achse beginnt bei 10 %

10 %14 %
202313,0 %
202412,0 %
202511,2 %

Beide Ansichten zeigen 13,0, 12,0 und 11,2 Prozent. Die engere Achse vergrößert den sichtbaren Abstand.

Quelle: Destatis / EU-SILC, Datenstand 09.04.2026. Quellen und Methode

13,0 − 11,2 = 1,8 Prozentpunkte. (11,2 ÷ 13,0 − 1) × 100 ≈ −13,8 %. Kein Rückgang des Mietpreises.

Daten herunterladen (CSV) · Statistisches Bundesamt (Destatis); Eurostat

Daten als Tabelle
Übersicht: Achse von 0 bis 15 %
Gruppe / ZeitraumWert %Hinweis
202313,0Wie im Diagramm
202412,0Wie im Diagramm
202511,2Wie im Diagramm
Ausschnitt: Achse beginnt bei 10 %
Gruppe / ZeitraumWert %Hinweis
202313,0Wie im Diagramm
202412,0Wie im Diagramm
202511,2Wie im Diagramm

Punkte und Balken erzählen mit ihrer Form

Bei Balken lesen wir die Länge als Größe. Deshalb beginnen die Balken in unserer normalen Darstellung bei null. Für den vergrößerten Ausschnitt verwenden wir Punkte und beschriften die Achse deutlich. So entsteht kein Balken, dessen sichtbare Länge eine andere Größenrelation vorspiegelt.

Der Ausschnitt beantwortet eine engere Frage: Wie stark unterscheiden sich nahe Werte? Er ersetzt nicht die Übersicht. Eine Grafik kann beides anbieten, wenn sie den Wechsel sichtbar macht und dieselben Daten behält.

Prozentpunkte sind keine Prozent

Von 13,0 auf 11,2 Prozent sind es 1,8 Prozentpunkte weniger. Bezogen auf den Ausgangswert ergibt die Rechnung 1,8 geteilt durch 13,0 einen Rückgang von rund 13,8 Prozent. Beide Angaben stimmen. Sie verwenden verschiedene Bezugsgrößen.

Die Reihe sagt allerdings nicht, dass Wohnen um 13,8 Prozent billiger wurde. Gemessen wird ein Bevölkerungsanteil. Die Erklärung der Wohnkostenbelastung beschreibt die Schwelle und die erfasste Gruppe.

Eine Achse prüfen, bevor die Deutung steht

Der Beitrag über irreführende Statistik bei Spektrum bietet eine ergänzende Einführung. Unsere konkrete Rechnung ist oben vollständig nachvollziehbar; ein externes Video ist dafür nicht nötig.

Bei der Wahlbeteiligung hilft dieselbe Frage nach dem Nenner. Bei Gehältern kommt die Entscheidung zwischen Median und Mittelwert hinzu. Im DACH-Inflationsvergleich müssen vor dem Zeichnen schon die Messreihen passen.

Vor einer Schlussfolgerung lohnt ein kurzer Blick auf Einheit, Achsenbeginn, Zeitraum und Gruppe. Eine starke Grafik lässt diese Angaben nicht im Kleingedruckten verschwinden.

Daten und Methode

EU-SILC: Personen in Haushalten, deren Wohnkosten mehr als 40 % des verfügbaren Einkommens ausmachen. Datenstand: 09.04.2026; europäische Referenz: 15.05.2026.

Was die Zahl offenlässt

Gruppen überlappen. Keine Summe bilden. Methodische Änderung bei Eigentümerhaushalten 2023; die Zeitreihe beginnt deshalb 2023. Ein Rückgang des Anteils misst keinen Rückgang von Mietpreisen.

Datensatz und vollständige Tabellen ansehen ↗

Quellen

  1. Destatis, Wohnkostenanteil und WohnkostenüberbelastungVeröffentlichung / Datenstand: Tabellenstand 09.04.2026; endgültige Ergebnisse 2023 bis 2025. Abruf: 04.10.2026.
  2. Spektrum, Doktor Whatson: Wie man mit Statistiken lügen kann. Im Text verlinkt.Veröffentlichung / Datenstand: 15.05.2020; Einführung in Diagrammkompetenz. Abruf: 04.10.2026.

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