11,2 Prozent der Bevölkerung in Deutschland lebten 2025 in Haushalten mit überhöhten Wohnkosten. Die Statistik meint damit eine bestimmte Schwelle: Mehr als 40 Prozent des verfügbaren Haushaltseinkommens werden für Wohnen ausgegeben. Das ist die amtliche Definition der Wohnkostenüberbelastung.

Gezählt werden Menschen in betroffenen Haushalten. Die Zahl ist kein Anteil einzelner Mietverträge und auch keine Aussage darüber, dass die übrigen Haushalte bequem wohnen können. Zur Rechnung gehören Miet- und Eigentümerhaushalte. Wohnkosten umfassen mehr als die Kaltmiete.

Datenblick · ABB. 2a

Die Wohnkosten treffen Gruppen unterschiedlich.

Anteil der Menschen in überbelasteten Haushalten · 2025

Wohnkosten über 40 % des verfügbaren Einkommens

0 %40 %
Bevölkerung insgesamt11,2 %

Deutschland

Armutsgefährdete Bevölkerung35,0 %

Deutschland: Teilgruppe der Bevölkerung

Bevölkerung insgesamt7,7 %

EU: Referenz, keine dritte deutsche Gruppe

In Deutschland waren insgesamt 11,2 Prozent, in der armutsgefährdeten Teilgruppe 35,0 Prozent betroffen.

Quelle: Destatis / EU-SILC und Eurostat, Datenstand 2026. Quellen und Methode

Die Gruppen überlappen und werden nicht addiert.

Daten herunterladen (CSV) · Statistisches Bundesamt (Destatis); Eurostat

Daten als Tabelle
Wohnkosten über 40 % des verfügbaren Einkommens
Gruppe / ZeitraumWert %Hinweis
Bevölkerung insgesamt11,2Deutschland
Armutsgefährdete Bevölkerung35,0Deutschland: Teilgruppe der Bevölkerung
Bevölkerung insgesamt7,7EU: Referenz, keine dritte deutsche Gruppe

Eine Gruppe, ein anderer Ausschnitt

In der armutsgefährdeten Bevölkerung lag die Überbelastungsquote 2025 bei 35,0 Prozent. Diese Gruppe ist Teil der Gesamtbevölkerung. Die beiden Werte dürfen deshalb nicht zusammengezählt werden. Sie zeigen denselben Maßstab für unterschiedliche Ausschnitte.

Der Abstand ist groß, aber er erklärt noch keine Ursache. Das Verhältnis hängt an beiden Seiten der Rechnung: Wohnkosten oben, verfügbares Einkommen unten. Ein Haushalt kann bei unveränderter Miete stärker belastet sein, wenn sein Einkommen sinkt. Wer die Einkommensseite prüfen will, sollte beim Median und der erfassten Beschäftigtengruppe anfangen.

Ein einfaches Beispiel: 900 Euro Wohnkosten bei 3.000 Euro verfügbarem Haushaltseinkommen ergeben 30 Prozent. Bei 2.000 Euro Einkommen wären dieselben 900 Euro bereits 45 Prozent. Das sind Rechenbeispiele, keine zwei befragten Familien.

Die Grenze beschreibt einen Messpunkt

Eine Quote macht ein Problem sichtbar. Sie sortiert Fälle aber auch an einer festen Grenze. 39 Prozent liegen darunter, 41 Prozent darüber. Daraus folgt kein plötzlicher Sprung im Alltag. Knappes Geld kann in beiden Haushalten knapp sein.

Die Inflationsrate beantwortet eine andere Frage: Wie haben sich Preise verändert? Sie misst keine Wohnkostenbelastung. Und ein Ländervergleich von Preisraten ersetzt keinen Vergleich der Einkommen oder Mieten vor Ort.

Für Zeitvergleiche kommt eine weitere Grenze hinzu. Fragen für Eigentümerhaushalte wurden 2023 verändert. Deshalb verwenden wir hier nur die Reihe ab 2023. Wie sich selbst unveränderte Werte optisch anders erzählen lassen, zeigt unser Vergleich von Diagrammskalen.

Rechenbeispiel · ABB. 2b

Gleiche Wohnkosten, anderer Anteil.

Rechenbeispiel, keine befragten Haushalte

900 Euro Wohnkosten

0 %50 %
Bei 3.000 Euro Einkommen30,0 %
Bei 2.000 Euro Einkommen45,0 %

900 Euro entsprechen bei 3.000 Euro Einkommen 30 Prozent, bei 2.000 Euro 45 Prozent.

Quelle: Eigene Berechnung. Quellen und Methode

Wohnkosten ÷ verfügbares Einkommen × 100. Überbelastung bedeutet mehr als 40 %.

Daten als Tabelle
900 Euro Wohnkosten · Rechenbeispiel
Gruppe / ZeitraumWert %Hinweis
Bei 3.000 Euro Einkommen30,0Wie im Diagramm
Bei 2.000 Euro Einkommen45,0Wie im Diagramm

Daten und Methode

EU-SILC: Personen in Haushalten, deren Wohnkosten mehr als 40 % des verfügbaren Einkommens ausmachen. Datenstand: 09.04.2026; europäische Referenz: 15.05.2026.

Was die Zahl offenlässt

Gruppen überlappen. Keine Summe bilden. Methodische Änderung bei Eigentümerhaushalten 2023; die Zeitreihe beginnt deshalb 2023. Ein Rückgang des Anteils misst keinen Rückgang von Mietpreisen.

Datensatz und vollständige Tabellen ansehen ↗

Quellen

  1. Destatis, Wohnkostenanteil und WohnkostenüberbelastungVeröffentlichung / Datenstand: Tabellenstand 09.04.2026; endgültige Ergebnisse 2023 bis 2025. Abruf: 04.10.2026.
  2. Destatis, Europa: Überbelastung durch Wohnkosten. Im Text verlinkt.Veröffentlichung / Datenstand: 15.05.2026; Ergebnisse für 2025. Abruf: 04.10.2026.

Weiterverwendung der Datenauswahl

Weiterverwendung mit Quellenangabe. Statistisches Bundesamt (Destatis); Eurostat. Unsere Auswahl ist in der CSV-Datei dokumentiert.

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